Espresso
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In Italien ist die Sache klar: Nach einer guten Pizza kommt ein Espresso. Kein großer Pott Filterkaffee, kein Milchschaumgetränk – ein kleiner, konzentrierter caffè, der das Essen abrundet. Auf dieser Seite dreht sich deshalb alles um die Frage, welcher Kaffee nach der Pizza der richtige ist – und warum die Italiener dabei so herrlich eigen sind.

Warum Espresso und nicht Cappuccino?

Wer in Italien nach dem Abendessen einen Cappuccino bestellt, outet sich sofort als Tourist. Milchkaffee gilt dort als Frühstücksgetränk – nach elf Uhr vormittags, und erst recht nach einem vollen Essen, trinkt ihn kein Italiener mehr. Die Logik dahinter ist einfach: Die warme Milch liegt nach einer Pizza schwer im Magen, während der kleine schwarze Espresso genau das Gegenteil bewirkt. Er soll nach einem guten Essen den Magen reinigen und die Sinne stimulieren – der klassische Abschluss, gewissermaßen ein Digestivo ohne Alkohol.

Ich erinnere mich noch ganz genau an das verschlafene Dorf in Ligurien. Ich habe bei meiner Tante in Borgio Verezzi Urlaub gemacht und bin mit Christine etwas weiter südlich gefahren. Dort haben wir tagelang in einem malerischen Dorf verbracht. Mehrmals täglich bin ich vom Strand ausgebüchst, um einen Espresso zu trinken. Ich hatte mich als Kulinarier schon vorher für Kaffee und Espresso interessiert, aber die Italiener haben mir mit ihrer Espressokultur die Sinne geraubt. Es geht eigentlich nur um Kaffeekultur und die Leichtigkeit, mit der ein Italiener in einem verschlafenen Küstenort Espresso zaubern kann. Der Espresso ist nicht bitter, aber hart.

Welcher Kaffee nach welcher Pizza?

So wie beim Wein gilt auch beim Kaffee: Es kommt darauf an, was vorher auf dem Teller lag.

  • Nach einer leichten Margherita oder Gemüsepizza: ein klassischer Espresso – mehr braucht es nicht.
  • Nach einer kräftigen Salami oder Diavolo: ein Doppio oder ein Ristretto, der gegen die kräftigen Aromen bestehen kann.
  • Nach einer üppigen Calzone: ein Caffè corretto – ein Espresso, der mit einem Schuss Grappa „korrigiert“ wird.
  • Am späten Abend: ein Decaffeinato. Entkoffeinierter Espresso ist in Italien völlig normal und schmeckt in guter Qualität erstaunlich nah am Original.

Kleine Espressokunde

  • Ristretto – die halbe Wassermenge, das ganze Aroma: kurz, dicht, intensiv.
  • Espresso – der Standard, rund 25 Milliliter mit fester Crema.
  • Doppio – doppelter Espresso für alle, die es nach dem Essen deutlicher brauchen.
  • Macchiato – Espresso mit einem kleinen Milchschaumhäubchen „befleckt“ – die einzige Milch, die nach dem Essen durchgeht.
  • Lungo – mit mehr Wasser verlängert, milder, aber auch bitterer als ein Espresso.
  • Corretto – mit Grappa, Sambuca oder Amaretto „korrigiert“ – Espresso und Digestivo in einem.

Espresso zu Hause zubereiten

Für einen guten Espresso nach der selbst gebackenen Pizza braucht es keine Gastronomie-Siebträgermaschine. Eine klassische Herdkanne (Moka) leistet erstaunlich gute Dienste, wenn drei Dinge stimmen: frische Bohnen, die erst kurz vor der Zubereitung gemahlen werden, die richtige, nicht zu feine Mahlung – und eine vorgewärmte Tasse. Wer tiefer einsteigen möchte: Die richtige Zubereitung von Kaffee ist bei Coffeeright.de mit Sachkenntnis und Leidenschaft nachzulesen.

Die passende Pizza davor finden Sie übrigens in unseren Pizza Rezepten – und wenn es zum Essen statt Kaffee danach lieber ein Glas Wein sein soll, werfen Sie einen Blick auf Pizza und Wein.