Der geneigte Leser wird schon gemerkt haben, dass der Autor von traum-pizza.de einen Hang zur klassischen Schule hat. Natürlich ist die Welt im permanenten Wandel und dogmatische Sichtweisen, wie zu Fisch gehört Weißwein sind überholt.

pizzaTrotzdem bleibt es für mich wichtig, dass die Dinge, speziell Wein zum Essen passt. Zu einer Pizza passt die ganze Weinpalette, es kommt einfach darauf an, was auf der Pizza drauf ist, bzw. ob überhaupt etwas auf der Pizza drauf ist. Dabei muss man nun wirklich kein Fachmann sein und sich mit der Sensorik des Weins auskennen, um guten Geschmack zu haben. Wer sich unsicher ist, macht einfach folgendes: ein leichter italienischer Rotwein passt einfach zu allen Pizzavarianten.

Wein zu Pizza Margherita:

Die Margherita ist die puristischste aller Pizzen – Tomate, Mozzarella, Basilikum. Dazu passt ein leichter, junger Sangiovese oder ein einfacher Chianti, der die Tomate aufgreift, ohne den Mozzarella zu erschlagen. Als weiße Alternative: ein Vermentino von der ligurischen oder sardischen Küste.

Wein zu Pizza Salami und Pizza Diavolo:

Bei Salami und erst recht bei der scharfen Diavolo darf der Wein kräftiger werden: ein Primitivo oder ein Montepulciano d’Abruzzo hält mit den würzigen Aromen mit. Wichtig bei Schärfe: lieber fruchtig und weich als tanninreich – und den Rotwein ruhig leicht gekühlt servieren, das nimmt der Schärfe die Spitze.

Wein zu Pizza frutti di mare:

Zu einer Pizza mit fruitti di mare würde ich keinen Rotwein, sondern einen leichten trockenen Weißwein trinken. Ein grauer Burgunder (als deutscher Wein) oder pinot grigio als italienische Variante, ein Muscadet de Sevre, ein entre deux mers. Wer jedoch mit einem leichten Rotwein daherkommt, macht auch nichts falsch!

Wein zu Pizza mit Thunfisch:

Hier kann man aus meiner Sicht durchaus einen Rose anbieten, obwohl selten angeboten sollte ein Rose aus der Provence (cotes de provence) nicht unterschätzt werden. Das gilt übrigens auch für die klassische Pizza Tonno mit roten Zwiebeln.

Wein zu Pizza Neapolitana:

Eine Pizza Neapolitana wird ohne Käse, mit Tomaten, Anchovis und Oliven serviert. Dazu trinke ich, obwohl auf der Pizza Fisch ist, gerne einen leichten trockenen Rotwein: Cotes du Rhone, Burgunder, Chianti oder Valpolicella sind für mich erste Wahl.

Wein zu Pizza Hawaii:

Die süß-salzige Kombination aus Ananas und Schinken der Pizza Hawaii verlangt nach einem Wein mit eigener Frucht: ein halbtrockener Riesling oder ein fruchtiger Rosé fangen die Ananas ab, wo ein trockener Rotwein dagegen ankämpfen würde.

Wein zu Gemüsepizza und veganer Pizza:

Zu veganen Pizzen und Gemüsepizzen – etwa mit grünem Spargel oder Antipasti – passen frische, unkomplizierte Weißweine: Pinot Grigio, Vernaccia oder ein leichter Rosé. Sie lassen dem Gemüse den Vortritt.

Wein zu Pizza Calzone:

Die gefüllte Calzone ist die kräftigste Variante der klassischen Pizzen – hier darf es ein mittelkräftiger Rotwein mit etwas Schmelz sein: ein Valpolicella Ripasso oder ein Barbera d’Alba begleiten die geschmolzene Füllung wunderbar.

Drei Faustregeln zum Schluss

  • Der Allrounder: Ein leichter italienischer Rotwein – oder, unterschätzt und sehr italienisch, ein trockener Lambrusco mit seiner Kohlensäure – passt praktisch zu jeder Pizza.
  • Die Temperatur: Rotwein zur Pizza ruhig etwas kühler servieren als gewohnt, 14 bis 16 Grad. Gerade zu warmem, käsigem Essen wirkt zu warmer Rotwein schnell breit.
  • Die Region: Wenn Sie unsicher sind, bleiben Sie in der Region der Pizza – was aus derselben Küche kommt, passt fast immer zusammen.

Alle klassischen Rezepte zu diesen Empfehlungen finden Sie übrigens gesammelt unter Pizza Klassiker – und wie der Abend nach dem letzten Glas stilecht endet, lesen Sie auf Espresso & Kaffee nach der Pizza.